BIOGRAFIE

Ich red’ nicht viel, doch wenn, dann hat mein Wort Gewicht“, sagt D-Bo auf seinem neuen Album „Seelenblut“. Ein Satz, der die Persönlichkeit des 28-jährigen Rappers treffend beschreibt. Freunde charakterisieren ihn als smarten und introvertierten Menschen, der lieber zuhört, als selbst das Wort zu ergreifen. Wenn es um seine Texte geht, ist „deep“ das Wort, das am häufigstenfällt. Zurecht.

„Ich spreche Dinge aus, die tief in meiner Seele ruh’n, ich kämpfe für die Menschen, die sich schwer mit ihrem Leben tun.“ (D-Bo – Der Prinz)

Die D-Bo Story beginnt Anfang der 90er Jahre in Northeim, einer ruhigen Kleinstadt zwischen Kassel und Hannover. Von einem Schulfreund bekommt D-Bo die ersten Alben von Public Enemy und N.W.A. auf Kassette überspielt und entdeckt schon früh, im Alter von 12 Jahren, seine Liebe zur HipHop-Kultur. In den USA erfinden Rapper wie Chuck D, Ice Cube, Snoop und Dr. Dre gerade das „Gangsta-Rap“ Genre, Suge Knight gründet das legendäre „Death Row“ Label, auf dem später 2 Pac veröffentlichen wird und D-Bo fühlt sich in dieser Welt zuhause. „Von meinem ersten Geld habe ich mir das ‚Niggaz 4 Life’ Album von N.W.A. gekauft“, erinnert sich D-Bo. „Harter, ehrlicher Rap, wie ich es liebe“. Hiphop und Basketball bestimmen seitdem sein Leben.

„Ich stehe grinsend an der Straße und sage ‚High Five, Lady’. Ich bin cool, chille Oldschool mit ‚Ice Ice Baby’“ (D-Bo – Kartenhaus)

1999 wird ein wegweisendes Jahr für D-Bo. Für seine Underground-Rap Homepage führt er ein Interview mit Bushido und seiner damaligen Crew „Search & Defeat“. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und D-Bo erzählt von seinen Plänen, ein eigenes Album aufzunehmen. Ein Jahr später, im Herbst 2000, hat D-Bo seine Texte geschrieben und nimmt mit Bushido’s Hilfe in Berlin einen Großteil seines legendären Albums „Deutscha Playa“ auf. Die restlichen Songs entstehen im Osnabrücker 490-Studio, im 24-7 Studio in Hannover und bei DJ Doc in Freiburg. Fast zeitgleich gründet D-Bo mit Jayo und Psycomatic die Firma „Distributionz“, einen Vetrieb für deutschen Underground-Rap, über den später auch sein Album auf Tape erscheint.

„Deutscher HipHop, hörst du mich? Ich bin D-Bo, deutscha Playa und scheiß auf dich“
(D-Bo – Hörst Du mich?)

Aber D-Bo will mehr. Gemeinsam mit Bushido, der auch gerade erste große Erfolge mit seinem Debut „King of Kingz“ feiert, rufen sie in Hannover kurzzeitig das Label „Iluvmoney“ ins Leben. „Wir wollten unsere Musik schon immer eigenständig rausbringen“, resümiert D-Bo. „Wir hatten das nötige Startkapital und mit Rappern wie Bass Sultan Hengzt, King Orgasmus oder Frank White aka Fler auch das Potential, erfolgreiche Alben herauszubringen, aber wir waren als Labelmacher einfach zu unerfahren“. Als Bushido 2002 das Vertragsangebot von Aggroberlin annimmt, bricht auch D-Bo seine Zelte in Hannover ab und geht nach Göttingen, um Sport zu studieren. Er hat zwar im gleichen Jahr noch ein Feature auf dem Album „Bushido prod. Sonny Black & Frank White – Carlo Cokxxx Nutten“, aber seine aktive Zeit als Rapper soll erstmal eine Auszeit bekommen.

„Ich rede hier vom echten Leben, du vom flexen, Spast, ich lese und ich bilde mich, du guckst lieber ‚Wetten Dass’“ (D-Bo – Dissen)

Neben dem Studium macht D-Bo weiterhin Beats. Nur für sich, um seinen kreativen Output zu befriedigen, wie er stets betont. Einer dieser Beats („Schmetterling&ldquo gefällt Bushido jedoch so gut, dass er ihn für sein „Electro Ghetto“ Album verwendet. Bushido, der mittlerweile von Aggroberlin zu Universal Music gewechselt ist, erzählt D-Bo von seinen Plänen, wieder ein eigenes Label zu gründen und bietet ihm den Job des Labelmanagers an. “Ich war zu der Zeit als Basketballtrainer ziemlich erfolgreich, habe Auswahlmannschaften betreut und Meisterschaften gewonnen. Es gab sogar die Überlegung, hauptberuflich als Trainer zu arbeiten. Angebote lagen auf dem Tisch“, sagt D-Bo. Trotzdem ist der Traum im Musikgeschäft sein Geld zu verdienen größer und D-Bo zieht 2004 nach Berlin, um gemeinsam mit Bushido „Ersguterjunge“ aufzubauen.  
„Ich war kein guter Mensch und doch krieg ich ’ne zweite Chance. Der Herr nimmt meine Seele und versetzt mein Ich in leichte Trance“ (D-Bo – Seelenblut Intro)

D-Bo managt nicht nur das Label ersguterjunge, das mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen HipHop-Labels zählt, sondern bringt Anfang 2005 auch sein zweites Album „Deo Volente“ auf den Markt, das er zum großen Teil komplett in Eigenregie produziert. Die Erwartungen des Labels werden mit den Verkäufen zwar erfüllt, aber D-Bo ist trotzdem nicht zufrieden. Er will noch mehr. Vor allem Anerkennung als Rapper. „Ich möchte den Leuten mit meinen Texten und Inhalten etwas mit auf den Weg geben“, sagt D-Bo. „Dieser ‚Ich ficke euch alle’-Stil ist nicht meine Art, doch leider verkauft sich das besser“.  

„Die Fans rufen: ‚Keiner ist so real wie Du!’ Ich frag mich ehrlich, wieso hört mir denn dann niemand zu?“ (D-Bo – Gefühlsleer)

D-Bo ist nicht der Rapper aus der ersten Reihe, er ist vielmehr der Denker im Hintergrund. Und will es auch bleiben. Trotzdem glaubt er an sein Talent, bleibt seiner Linie treu und schreibt weiter Texte. Nicht zuletzt deswegen, um in ihnen seine aktuelle Lebenssituation zu verarbeiten, die für ihn nicht einfach ist. D-Bo vermisst seine Freunde, seine Heimatstadt, seine Familie, seine gewohnte Umgebung und kommt in seiner neuen Wahlheimat Berlin nicht zurecht. Ihm fehlt eine Perspektive, aber Aufgeben kommt nicht in Frage. Er beginnt an den Arbeiten zu seinem dritten, vielleicht letzten Album „Seelenblut“.

„Ich bin so scheisse depressiv, ich hab mir alles anders vorgestellt. Berlin wär’ meine Zukunft, doch Berlin ist eine andere Welt“ (D-Bo – Kartenhaus)

D-Bo setzt sich selbst unter Druck. „Wenn sich ‚Seelenblut’ nicht so verkauft, wie ich mir das vorstelle, höre ich auf zu rappen“, sagt er ganz ruhig. „Ich habe den Rapper D-Bo im Outro von ‚Deo Volente’ sterben lassen. Im Intro von ‚Seelenblut’ kommt er als Engel auf die Erde zurück und bekommt von Gott eine letzte Chance, sich zu beweisen. Entweder er schafft es oder nicht.“ Hilfe bekommt D-Bo auf „Seelenblut“ unter anderen von den ersguterjunge-Allstars Dj Stickle, Chakuza, Billy, Saad, Bahar und natürlich Bushido, seinem besten Freund. „Egal, wie die Geschichte mit ‚Seelenblut’ ausgeht“, sagt Bushido. „D-Bo wird immer wie ein Bruder für mich sein. Er ist der loyalste Mensch, den ich kenne.“

„Ich bin so anders, weil ich HipHop halt nicht leben kann“ (D-Bo – Euer Junge)

„Seelenblut“ ist mit Sicherheit das persönlichste aller D-Bo Alben, weil er ehrlich und offen über seine Gefühle, Gedanken und Ängste spricht. 22 deepe Tracks, die uns einen Einblick in die Seele eines Rappers ermöglichen, der einen inneren Kampf austrägt und auf den richtigen Ausgang hofft.

„Eine Woche Seelenblut, werde ich die Charts hoch stürmen? Montag war es klar...“
(D-Bo – Seelenblut Outro)
Fortsetzung folgt..

 

DISKOGRAFIE

2000 – Gründung des Untergrund-Rap-Vertriebs „Distributionz“
2001 – Solo-Album „Deutscha Playa (Tape)“
2001 – Featuretrack „Mit dem Schwanz in der Hand“ auf „Bushido – King of Kingz“
2001 – Freetrack „Du Toy, ich tight“ feat. Bushido & Fler
2002 – Solotrack „Nimm mich“ auf „Iluvmoney-Sampler Vol.1“
2002 – Featuretrack „Sag nicht“ auf „Bushido prod.: Sonny Black & Frank White – Carlo Cokxxx Nutten“
2004 – Beat zu  „Schmetterling“ auf „Bushido – Electro Ghetto“
2004 – „Electro Ghetto – D-Bo Remix“ auf „Bushido – Electro Ghetto (Single)“
2004 – Solo-Album „Deutscha Playa 2004 (CD Re-Release)“
2004 – Gründung von ersguterjunge
2005 – Solo-Album „Deo Volente“
2005 – Featuretrack „Träume im Dunkeln“ auf „Bushido prod.: Sonny Black & Saad – Carlo Cokxxx Nutten II“
2005 – Featuretrack „Sieh in meine Augen“ auf „Bushido – Staatsfeind Nr.1“
2005 – „Nie Wieder – D-Bo Remix“ auf „Electro Ghetto Re-Release“
2006 – Video, Solotrack und Featuretracks auf „Bushido präs.: ersguterjunge-Sampler Vol.1 – Nemesis“
2006 – Featuretrack „Ich geh jetzt“ auf „DJ Stickle präs.: Ckakuza – Suchen & Zerstören”
2006 – Featuretrack „Verschwunden“ auf „Saad – Das Leben ist Saad“
2006 – „Womit hab ich das verdient – D-Bo Remix“ auf „Saad – Womit hab ich das verdient“-Single
2006 – Soloalbum „Seelenblut“
2006 – „Von der Skyline zum Bordstein zurück – D-Bo Remix“ auf www.vodafone.de
2006 – Featuretrack „Zu lange“ auf Chakuza & Bizzy Montana Streetalbum „Blackout“
2006 – „Sonnenbank Flavour – D-Bo Remix“ für www.i-tunes.de

Coming Soon:

2006 – Featuretrack auf Bahar Mixtape
2006 – Songs auf „Bushido präs. Ersguterjunge-Sampler Vol.2“
2007 – Featuretrack und Beat auf „Nyze – Nehmen und Geben“

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